Wolfgang Sandner © Wonge Bergmann

Der Landesmusikrat Hessen e. V. gratuliert dem Musikkritiker und Autor Wolfgang Sander zum Hessischen Jazzpreis 2026. Seit diesem Durchgang ist es der Beirat Jazz im Landesmusikrat Hessen, der dem Hessischen Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur die Empfehlung zur Verleihung des Hessischen Jazzpreises gibt. 

 

An dieser Stelle veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur: 

MUSIKKRITIKER UND JAZZAUTOR WOLFGANG SANDNER BEKOMMT DEN HESSISCHEN JAZZPREIS 2026

Auszeichnung wird während des Jazzpodiums im September verliehen

Wiesbaden. Der Musikkritiker und Jazzautor Wolfgang Sandner erhält den Hessischen Jazzpreis 2026. Das hat Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels heute bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet während des Hessischen Jazzpodiums am 26. September 2026 in der Bessunger Knabenschule in Darmstadt statt.

„Wolfgang Sandner hat mit seinem feinen Gespür für Klang und seinem kritischen Blick den Diskurs insbesondere zum Jazz über viele Jahrzehnte geprägt“, so Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels. „Es ist seinem Schreiben zu verdanken, dass die Gattung Jazz auch hierzulande als eine der wichtigen zeitgenössischen Musikgenres betrachtet wird. Sein Engagement sorgte dafür, dass die Traditionslinien des Jazz als wissenschaftlich relevant und die Arbeit der Musikerinnen und Musiker als innovationsfördernd wahrgenommen werden. Ich freue mich, Wolfgang Sandner als Ausnahmeerscheinung des Qualitätsjournalismus für seine besonderen Verdienste um den Jazz mit dem Hessischen Jazzpreis 2026 auszuzeichnen.“

Im Votum des Beirat Jazz heißt es „Durch seinen inhaltlich profunden wie intellektuell differenzierten Schreibstil schafft es Sandner, nicht nur eine an musikalischen sowie an soziokulturellen Entwicklungen interessierte Leserschaft zu halten und zu überzeugen. Seine Fähigkeit, die ästhetischen Dimensionen des Jazz mit dessen musikhistorischer Bedeutung zu verbinden, hat die Grundlage für den heutigen Stand der Jazzforschung in Deutschland entscheidend mitgeprägt. In seinen deutschlandweit

wahrgenommenen Beiträgen hat er zudem stets einen Fokus auf die lokale, die hessische Szene behalten. Auf diese Weise hat er die Entwicklungen der Jazzlandschaft unseres Bundeslandes, die Projekte ihrer Akteure und die Programme ihrer Institutionen weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinausgetragen, ihnen zusätzliche Relevanz verschafft und damit den Kulturstandort Hessen, mit seinen substanziellen Beiträgen zur künstlerischen Entwicklungslinie des Jazz in Deutschland, gestärkt.“

Wolfgang Sandner, geboren 1942 in Osek, zählt zu den bedeutendsten Musikkritikern und Jazzautoren in Deutschland. Der promovierte Musikwissenschaftler war Produzent der Plattenfirma Wergo, bevor er 1981 zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung wechselte, für die er fast drei Jahrzehnte als Musikredakteur arbeitete und für die er noch immer regelmäßig Kritiken verfasst. Zu verschiedenen Themen und Persönlichkeiten des Jazz verfasste er in seiner Laufbahn Bücher, u.a. Biografien von Miles Davis und Keith Jarrett sowie über das Schaffen von Heiner Goebbels.

Die Landesregierung hat den Hessischen Jazzpreis erstmals 1990 zur Förderung und Entwicklung der Jazzmusik und der Jazz-Musiker in Hessen gestiftet, er ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis soll Musikerinnen und Musiker, Ensembles oder dem Jazz verbundene Persönlichkeiten für ihre musikalischen Leistungen oder für besondere Verdienste um die Entwicklung der hessischen Jazzszene auszeichnen. Über die Vergabe des hessischen Jazzpreises entscheidet der Hessische Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur aufgrund der Empfehlung des Beirates Jazz.


Prof. Dr. Christine Siegert, Foto: Thomas Ahrendt, Studio157, Köln
Prof. Dr. Christine Siegert, Vorsitzende der Konferenz der Landesmusikräte, verstorben

Am 3. August 2026 verstarb die Vorsitzende der Konferenz der Landesmusikräte und gleichzeitig die Präsidentin des Landesmusikrates Nordrhein-Westfahlen. Der Landesmusikrat Hessen trauert um die geschätzte Kollegin und veröffentlicht an dieser Stelle den Nachruf der stellvertretenden Vorsitzenden der Konferenz, Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug.

 

Mit großer Bestürzung hat die Konferenz der Landesmusikräte vom viel zu frühen, krankheitsbedingten Tod ihrer Vorsitzenden Prof. Dr. Christine Siegert erfahren, die am 3. August 2026 im Alter von nur 55 Jahren von uns gegangen ist. Uns erfüllt es mit großer Trauer, diese außergewöhnliche Person, die ihr Leben der Wissenschaft gewidmet hat, nicht mehr unter uns zu wissen. Ihre klugen Ratschläge und ihre kritisch-reflektierten Beobachtungen werden uns fehlen.

Die Musikwissenschaftlerin, Hochschulprofessorin und Leiterin des Bonner Beethoven-Archivs Christine Siegert wurde im August 2023 zusätzlich zu weiteren herausfordernden Ehrenämtern zur Präsidentin des Landesmusikrates Nordrhein-Westfalen gewählt und war im Herbst 2024 bereit, den Vorsitz der Konferenz der Landesmusikräte (KdLMR)zu übernehmen. So kam für sie eine weitere fordernde Verpflichtung und Verantwortung hinzu. 

Denn in dieser neuen Funktion übernahm sie weitere Aufgaben. So die Mitwirkung im Präsidium des Deutschen Musikrates (DMR) e.V., wo Christine Siegert für die Belange der KdLMR eintrat, die Arbeit im Bundesfachausschuss Musikforschung der DMR e.V. sowie im Beirat des Deutschen Musikinformationszentrums (miz) der DMR gGmbH. Weiterhin wirkte sie in der Bund-Länderkonferenz Jugend musiziert mit, die die Zusammenarbeit mit der Länderkonferenz und dem Projektbeirat Jugend musiziert, dem DMR e.V. und der DMR gGmbH koordiniert.

Es war gut zu erleben, wie es ihr mit ihrer besonnenen, integrierenden, zugleich aber auch hartnäckigen Art gelang, Brücken zu bauen und in der nicht ganz einfachen Zeit des Umbruchs für Verständigung und Austausch zu sorgen. 

In diese Zeit fiel auch der von der DMR gGmbH im Juni 2025 in Wuppertal durchgeführte Bundeswettbewerb Jugend musiziert. Christine Siegerts Initiativen, mit tatkräftiger Unterstützung durch die Geschäftsstelle ihres Landesmusikrats, ist es zu verdanken, dass das Land Nordrhein-Westfalen bereit war, eine angemessene finanzielle Unterstützung für den Wettbewerb bereitzustellen. 

Christine Siegert und ich hatten einen regelmäßigen wöchentlichem Austausch zu all diesen Angelegenheiten. Bei unserem letzten persönlichen Treffen in Bonn am 17. Juli 2026 war Christine Siegert voller Zuversicht, die Präsidentinnen und Präsidenten sowie die Geschäftsführenden der KdLMR bald wieder persönlich treffen zu können. Sie hatte noch so viele, berufliche wie private Pläne, die nun unerfüllt bleiben müssen. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen, die ihr verbunden waren.

Wir werden ihr bei der nächsten Konferenz der Landesmusikräte am 24./25. September 2026 in Karlsruhe-Durlach für ihre tatkräftige integrierende Arbeit danken und ihr in angemessener Form gedenken. Es wird schwer für uns sein, sie zu ersetzen. Sie bleibt für immer in unseren Herzen.

Halle (Saale), im August 2026

Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug

Präsidentin des Landesmusikrates Sachsen-Anhalt, stellvertretende Vorsitzende der Konferenz der Landesmusikräte


Akkordeon-Tipps im 1. Halbjahr

Hessen feiert das Akkordeon! 

Bereits im Frühjahr gab es einige Highlights rund ums Akkordeon. 

Für Mai und Juni möchten wir Ihnen drei weitere Konzerte ans Herz legen, die dazu einladen, das facettenreiche Instrument des Jahres 2026 zu entdecken: 

Aus den Mitgliedsverbänden: VdM Hessen veranstaltet Podiumsdiskussion und fordert Kultur für alle!

Musikschulen sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil unserer Städte.

Sie sind präsent, sie sind bekannt, sie gelten mit ihren Angeboten für Kinder und Jugendliche als „Kultur für alle“. Und doch: Laut einer bundesweiten Erhebung haben zwei Drittel der Bevölkerung noch nie einen Musik- oder Gesangsunterricht an einer Musikschule besucht. Nur jeder Sechste war in den letzten drei Jahren aktiv dabei.

Überraschend? Vielleicht. Erschreckend? Definitiv.

Und trotzdem: Wer einmal den Schritt in die Öffentliche Musikschule wagt, entdeckt mehr als Noten und Melodien. Musik- und Gesangsunterricht weckt Kreativität, inspiriert zu weiteren künstlerischen Aktivitäten und macht neugierig auf Konzerte, Theater und Museen. Musikschulen haben also Potenzial – enormes Potenzial – für das Individuum und die Gesellschaft. Aber dieses Potenzial wird längst nicht ausgeschöpft.

Denn öffentliche Musikschulen stehen aktuell vor vielen Herausforderungen: Knappe Budgets, steigende Ausgaben, Kürzungen bei den sogenannten freiwilligen Leistungen, sich ständig wandelnde musikalische Interessen und schließlich auch das Herrenberg-Urteil verlangen neue Antworten auf die entscheidende Frage: Genügt eine Sicherung des
Status quo oder braucht es eine Neuaufstellung der Musikschulen als Motor kommunaler Musikpolitik?


Dr. Thomas Renz vom Berliner Institut für Kulturelle Teilhabeforschung nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch aktuelle Zahlen und Entwicklungen: Wer nutzt Musikschulen wirklich? Welche kulturellen Gewohnheiten gehen damit einher? Und vor allem: Welche Strategien könnten Musikschulen verfolgen, um mehr Menschen zu erreichen und
gleichzeitig ihre Qualität zu bewahren?

Dabei geht es um mehr als Unterricht: Um das Hinterfragen des eigenen künstlerischen Kanons, um neue Vermittlungsformate, um echte Kooperationen mit öffentlichen, zivilgesellschaftlichen und privaten Akteuren – und manchmal auch um klare Abgrenzungen zu diesen. Es geht darum, aus der Musikschule ein lebendiges Zentrum kommunaler Musikkultur und kultureller Bildung zu machen, das inspiriert, verbindet – und vielleicht auch provoziert. Und dass darüber hinaus als Faktor für eine
quartiersbezogene interkulturelle und intergenerationelle soziale Zusammenarbeit wirksam wird.

Eine Veranstaltung für alle, die neugierig sind, kritisch denken und wissen wollen: Können Musikschulen wirklich mehr als Unterricht? Können sie Kultur für alle sein – oder bleiben sie ein exklusiver Club? Dr. Thomas Renz liefert die Fakten, die Denkanstöße und die provokanten Fragen.

Wann: Mittwoch, 10. Juni 2026, 18 Uhr
Wo: Kulturforum der Wiesbadener Musik- und Kunstschule, Schillerplatz 1-2, 65185 Wiesbaden

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 31. Mai 2026 an projektbuero-smh(at)musikschulen-hessen.de 


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