HMWK: Keine strukturellen Kulturkürzungen im Haushalt 2027

In einer Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, betont Staatsminister Timon Gremmels, dass es im Haushalt 2027 keine strukturellen Kürzungen in der Kulturförderung gäbe. Gleichzeitig werden die zusätzlichen Mittel für die Musikschulen, die im Pakt für die Musikschulen festgeschrieben sind, betont. 

Die komplette Pressemitteilung veröffentlichen wir hier, ist aber auch auf der Website des HMWK abrufbar: 

PRESSEINFORMATION

Wiesbaden, 17. September 2026

Haushalt 2027: Mehr Geld für Studierendenwerke, Fokus auf Exzellenzwettbewerb und Kulturelle Bildung

26 Prozent mehr Geld für Studierendenwerke in dieser Legislaturperiode –Kunst- und Kulturförderung bleibt stabil 

Wiesbaden. Der Haushaltsentwurf der Hessischen Landesregierung für 2027 setzt in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur klare Schwerpunkte: Die Förderung der Studierendenwerke steigt um zwei Millionen Euro und damit seit Beginn der Legislaturperiode um 26 Prozent. Die Musikschulförderung wächst um insgesamt 53,2 Prozent. Im Förderfall erhalten die Exzellenzverbünde eine Kofinanzierung in Millionenhöhe. Und bei der Kunst- und Kulturförderung werden trotz der angespannten Haushaltslage strukturelle Kürzungen vermieden.

„Gerade in herausfordernden Zeiten will ich Schwerpunkte setzen, die den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken. Das heißt konkret: gute Bedingungen für Studierende, kulturelle Bildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, exzellente Universitätsverbünde sowie eine vielfältige Kulturlandschaft. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass sich diese Prioritäten im Haushalt 2027 widerspiegeln“, sagt Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur.

26 Prozent mehr Geld für Studierendenwerke

Damit ein Studium auch in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten nicht von Herkunft und Vermögen abhängt, stärkt das Land die Studierendenwerke. Ihre Zuschüsse steigen ab 2027 um zwei Millionen Euro und damit seit Beginn der Legislaturperiode insgesamt um 26 Prozent.

„Die Studierendenwerke bieten günstige und ausgewogene Mahlzeiten, bezahlbaren Wohnraum und beraten Studierende in schwierigen Situationen. Angesichts der überall steigenden Preise ist diese Arbeit umso wichtiger – vor allem für Studierende aus finanziell schwachen Verhältnissen. Wir stärken die Studierendenwerke als bedeutende Säulen der Hochschulgemeinden und wichtige Partner des Landes, damit ein Studium allen gleichermaßen offensteht. Inklusive der Steigerung 2025 haben wir den jährlichen Landeszuschuss an die Studierendenwerke in dieser Legislaturperiode um insgesamt 26 Prozent erhöht. Dies ist ein deutliches Signal auch im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode. Das Land Hessen investiert in seinen akademischen Nachwuchs, die Attraktivität seiner Hochschulen und damit in die Zukunft“, so Minister Gremmels.

53 Prozent mehr Geld für Musikschulen

Die Musikschulförderung wächst, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, weiter um 600.000 Euro jährlich und liegt damit 53,2 Prozent über dem Niveau zu Beginn der Legislaturperiode. Damit stärkt Hessen langfristig die Rahmenbedingungen, um alle Generationen an die Musik heranzuführen. Gerade auch finanzschwache ländliche Regionen, in denen Musikschulen wichtige Netzwerke in viele soziale und kulturelle Bereiche pflegen, erhalten damit stabile Unterstützung. Die Förderrichtlinie, die 2025 in Kraft getreten ist, ist eine wichtige Basis hierfür. Sie legt erstmals klare Qualitätsstandards fest. Die Förderung orientiert sich künftig nicht mehr an Kennzahlen wie Wochenstunden oder Schülerzahl, sondern daran, wie gut eine Musikschule in den Bereichen Trägerschaft, Finanzierung, Ausstattung, innere Organisation, Kooperationen, Projekte sowie Personal aufgestellt ist.

Auch der Aufbau des „Instituts für Kulturelle Bildung“ wird – wie im Koalitionsvertrag festgehalten – weiter vorangetrieben. Dafür stehen 2027 zunächst 100.000 Euro, anschließend 300.000 Euro jährlich zur Verfügung. Das Institut soll Raum für Vernetzung, Weiterbildung und Forschung geben und die bundesweite Vorreiterrolle Hessens in der Kulturellen Bildung zementieren.

„Kulturelle Bildung fördert Kreativität und Zusammenarbeit, stärkt das Selbstvertrauen und macht neugierig. Kinder und Jugendliche experimentieren mit Kunsttechniken, schaffen gemeinsam etwas Neues, auf das sie stolz sein können, und kommen mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern in Kontakt. Das macht die Kulturelle Bildung unverzichtbar fürs Erwachsenwerden – und für unsere Demokratie“, so Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels.

Hessen investiert in Forschung und sichert Kofinanzierung der Exzellenzverbünde

Der Neubau der Physik- und Nanostrukturwissenschaften an der Universität Kassel wird mit 13,5 Millionen Euro angestoßen. Für die außeruniversitäre Forschung werden zusätzliche sechs Millionen Euro vorgesehen.

Um den Exzellenztitel bewerben sich derzeit die Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU), ein Zusammenschluss der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sowie der mittelhessische Verbund der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg mit der Technischen Hochschule Mittelhessen als assoziierter Partnerin. Diese große Chance auf den begehrten Exzellenztitel im bundesweit hart umkämpften Wettbewerb unterstützt das Land Hessen weiterhin tatkräftig: Im Förderfall ist die Kofinanzierung beider Verbünde im Haushalt 2027 abgesichert.

„Die Exzellenzstrategie ist Deutschlands wichtigster Forschungswettbewerb. Deshalb haben wir beide Verbünde intensiv gefördert“, sagt Minister Gremmels.

Vielfalt der Kulturlandschaft sichern, Antisemitismus bekämpfen

Trotz der angespannten Haushaltslage enthält der Haushaltsentwurf keine strukturellen Kürzungen bei der Kulturförderung. Möglich wird dies durch eine konsequente Prioritätensetzung und gezielte Einsparungen innerhalb des Ressorts. Dazu wird beispielsweise im laufenden Jahr auf die große Gala zum Hessischen Film- und Kinopreis verzichtet. Die Auszeichnungen für die hessischen Filmschaffenden werden in kleinerem Rahmenweiterhin vergeben. Damit setzt Hessen auch im Vergleich zu anderen Ländern ein Signal für den Erhalt seiner vielfältigen Kulturlandschaft.

Wichtige Bereiche der Kulturförderung werden gezielt weiterentwickelt. So steigt unter anderem die Förderung des Deutschen Filminstituts um 200.000 Euro. Für die Fertigstellung der Ersterfassung des Denkmalverzeichnisses stehen zusätzlich 312.000 Euro zur Verfügung. Neu aufgenommen wird außerdem eine Förderung von 50.000 Euro für die Antisemitismusprävention im Kulturbereich.


BMCO appelliert gegen Kürzung im Amateurmusikfonds

Der Bundesmusikverband Chor und Orchester (BMCO) appelliert in einer Pressemeldung an die Bundesregierung sowie an die Mitglieder des Bundestages, das Volumen des Amateurmusikfonds, mit dessen Hilfe bundesweit in diesem Jahr allein 644 Amateurmusikprojekte gefördert werden, auf dem Niveau von 2026 zu stabilisieren. 

Der aktuelle Haushaltsentwurf sieht den Amateurmusikfonds lediglich in Höhe von 3 Millionen Euro vor, nachdem er in den vergangenen Jahren insgesamt über 4,6 Millionen Euro verfügte. Die Reduktion um ca. 35% würde eine direkte Verringerung der geförderten Projekte mit sich ziehen. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des BMCO: Pressemitteilung Stabilisierung Amateurmusikfonds

 


Zukunftswerkstatt „Musik in Hessen 2035“: Breite Allianz diskutiert Perspektiven für ein zukunftsfähiges Musikleben

Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter der hessischen Musiklandschaft sind am 20. Juni 2026 in Frankfurt der Einladung des Landesmusikrat Hessen e. V. zur Zukunftswerkstatt „Musik in Hessen 2035“ gefolgt.

Delegierte der Mitgliedsverbände sowie weitere Akteur*innen aus Praxis, Verbänden und Institutionen diskutierten gemeinsam über die zukünftige Rolle von Musik in einer sich verändernden Gesellschaft.

Den Auftakt bildete eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Begegnen – Zuhören – Teilhabe: Heute das Musikleben der Zukunft gestalten“ mit Marcus Kauer (Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen), Fabian Rieser (Dr. Hoch’s Konservatorium), Ursel Schlicht (Hessischer Jazzpreis 2025) und Anna-Lena Schreier (Hessische Chorjugend). Die Moderation des Tages übernahm Ute Welscher. Dabei wurden zentrale Herausforderungen von strukturellen Fragen über gesellschaftliche Erwartungen bis hin zu Entwicklungen im Zuge von Digitalisierung benannt.

Im Zentrum der anschließenden Werkstattphase stand die Frage, wie das Musikleben in Hessen auf aktuelle und zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen reagieren kann. Ein zentrales Ergebnis: Musik wird als wesentlicher Beitrag für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Bildung und kulturelle Teilhabe verstanden.

In den Arbeitsgruppen wurde deutlich, dass die Weiterentwicklung des Musiklebens mehrere Ebenen gleichzeitig betrifft. Diskutiert wurden insbesondere Fragen des Zugangs und der Teilhabe, der Weiterentwicklung bestehender Strukturen und Netzwerke sowie der Stärkung von Engagement und Nachwuchs. Ebenso spielten Aspekte der Transformation – etwa im Hinblick auf Digitalisierung und neue Arbeitsweisen – eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus wurde die Bedeutung von Musik als Raum für Begegnung und gemein-schaftliches Erleben hervorgehoben. Zugleich bestand Einigkeit darüber, dass für eine nachhaltige Entwicklung verlässliche Rahmenbedingungen, politische Unterstützung und eine stärkere Vernetzung innerhalb der Musiklandschaft erforderlich sind.

Auftakt für einen langfristigen Prozess

Die Zukunftswerkstatt versteht sich als Beginn eines längerfristigen strategischen Dialogs. Die erarbeiteten Impulse reichen von kurzfristigen Ansätzen bis hin zu grundlegenden strukturellen Fragestellungen.

„Diese Veranstaltung wie auch ihre Ergebnisse zeigen, wie groß die Bereitschaft ist, Verantwortung für die Zukunft des Musiklebens in Hessen zu übernehmen“, so Dorothee Graefe-Hessler, Präsidentin des Landesmusikrat Hessen. „Gleichzeitig wird deutlich, dass es verlässliche Rahmenbedingungen, politische Unterstützung und eine starke Vernetzung braucht, um dieses Potenzial zu entfalten.“

Der Landesmusikrat Hessen wird die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt nun auswerten und in konkrete nächste Schritte überführen. Ein weiterer Arbeitsschritt ist bis zur Mitgliederversammlung am 19. September 2026 geplant.


Bad Sooden-Allendorf ist hessischer Landmusikort des Jahres 2026

Wie der Bundesmusikverband Chor & Orchester mitteilt, wurde die hessische Gemeinde Bad Sooden-Allendorf als hessischer Landmusikort des Jahres 2026 ausgezeichnet. 

Neben den drei Bundespreisträger-Gemeinden Ehrenfriedersdorf (1. Bundespreis), Reichenwalde (2. Bundespreis) und Hirschau (3. Bundespreis) ist Bad Sooden-Allendorf eine von 10 deutschen Gemeinden, denen ein Förderpreis in Höhe von 2.000 Euro zugesprochen wurde. 

Damit reiht sich Bad Sooden-Allendorf in neben Kaufungen (3. Bundespreis 2021), Limburg a. d. Lahn (2. Bundespreis 2022), Schöneck (Förderpreis 2024) und Schaafheim (2025) in die Reihe von hessischen Gemeinden, die Musik besonders in den Mittelpunkt ihres Zusammenlebens stellen. 

Der Landesmusikrat Hessen e. V. gratuliert herzlich! 

Weitere Infos zum Förderprogramm Landmusikort des Jahres erhalten Sie auf der Website des BMCO. 


Partner